Kiezspaziergang am 5.09.2015: Überwachen und Strafen zwischen Zentrum und Peripherie – Der Justiz- und Gefängnisstandort Berlin-Moabit

2015: Überwachen und Strafen zwischen Zentrum und Peripherie – Der Justiz- und Gefängnisstandort Berlin-Moabit

Moabit ist heutzutage vor allem durch seine JVA und das Kriminalgericht bekannt. Das erste Moabiter Gefängnis (das Zellengefängnis) aus der Mitte des 19. Jh. ist darüber fast in Vergessenheit geraten. Es galt bei seinem Bau Mitte des 19. Jhdt. als topmodern und auch der Name „Zellengefängnis“ verrät ein bisschen etwas über das damalige Novum (oder sollte man Gefängnisphilosophie sagen?). Die Zelle als Ort der Isolation und das Gefangensein als „Therapie“ statt Kerker und Rache auf dem Dorfplatz, so könnte man diese neue Idee von Macht und Disziplinierung zusammenfassen.

Der Lehrter Straße folgend, kommen noch weitere (Ex-)Gefängnisse, frühere Heeresstandorte und auch das Poststadion. Zumindest das Poststadion, das bis zum Bau des Olympiastadions das größte Stadion Berlins war, und das Militär können als Orte umfassender Disziplinierung und Erziehung gesehen werden.

Trotz aller Theorie werden ein paar Namen genannt werden. Immerhin saßen in der Lehrter Straße der Hauptmann von Köpenick, Wolfgang Borchert und verschiedenste Widerständler gegen die Nazis ein. Und auch Frauen der Bewegung 2. Juni haben hier ihre Spuren hinterlassen.

Auch nach dem Bau der Berliner Mauer, kam die Straße nicht zur Ruhe, schließlich wäre sie damals fast von der Karte verschwunden.

In Kooperation mit Naturfreunde Berlin e.V.; Kosten 2,50 €, Naturfreunde frei

Datum: 05.09.2015
Treffpunkt: Berliner Hauptbahnhof (Ausgang Europaplatz) oder Lesser-Ury-Weg (M5)/Vor dem Eingang des Motel One, Ecke Lehrter Straße/Invalidenstraße (Invalidenstraße 54)
Zeit: 13:00 Uhr
Dauer: ca. 2 Sstunden
Ansprechpersonen Fabian Brettel: fabian.brettel@web.de