Sep 21

Kiezspaziergang am 24.9.2016: Kiezkämpfe und Protestkunst in Kreuzberg – Ein Spaziergang zu Aufwertung, Verdrängung und Widerstand mit Blick auf politische Wandmalereien

Kreuzberg ist seit Jahren Austragungsort unterschiedlichster gesellschaftlicher Konflikte und Kämpfe und steht exemplarisch für die gegenwärtigen Konflikte um Aufwertung und Verdrängung in Berlin. Künstlerische Interventionen im urbanen Raum waren und sind dabei oftmals Ausdruck sowie beliebtes Mittel der Kommunikation von Protest, um politischen Forderungen Ausdruck zu verleihen und Stadtraum anzueignen und mitzugestalten. Bis heute sind diese künstlerischen und politischen Aneignungen von Gebäudefassaden zentraler Bestandteil des Erscheinungsbildes des Bezirks und tragen nicht zu Letzt auch zu dessen hippem, kreativem Image bei, welches gerne im Zuge von unternehmerischen Stadtpolitikstrategien vermarktet wird.

Dieser Kiezspaziergang führt zurück in die Anfangszeiten von künstlerischen urbanen Aktivismus im öffentlichen Raum in Kreuzberg und thematisiert dabei vergangene und aktuelle Konflikte im Bezirk. Dabei gehen wir auf die Suche nach alten Hausbesetzer_innen-Graffiti, Wandbildern aus den wilden Neunzigerjahren und Graffiti- und Streetart-Pieces, die im Kontext aktueller Kämpfe entstanden sind.

Auf dem Weg treffen wir einige Aktive aus lokalen Bewegungen, die von ihren Beweggründen und Strategien berichten.

 

In Kooperation mit Naturfreunden e.V. Berlin. Kosten 2,50, Naturfreunde frei
Datum: 24.09.2016
Treffpunkt: Treffpunkt: ethaniendamm / Ecke Adalbertstraße
Zeit: 13.00 Uhr
Dauer: 2,5 Stunden
Ansprechperson: Kontakt für Fragen und Anmerkungen: info[at]orangotango.info

 

Aug 28

Neuerscheinung: MieterEcho 382 zum Thema “Teilen und Leiden. Zweckentfremdung, Ferienwohnungen und Touristifizierung”

Das “MieterEcho”, die Zeitschrift der Berliner MieterGemeinschaft, greift in seiner Ausgabe vom August 2016 das Thema “Touristifizierung” in Berlin auf. Alle Beiträge sind online frei verfügbar.

Aug 28

Veranstaltungshinweis: Abgedämmt und dann verdrängt … Verdrängung von MieterInnen durch Energetische Modernisierung am Beispiel Pankow

Podiumsveranstaltung am Mittwoch, dem 21. September 2016 um 19 Uhr bei der “Hellen Panke”

Im Jahr 2013 wurde bei der Mietrechtsreform unter der schwarz-gelben Bundesregierung die Energetische Sanierung als Modernisierungsmaßnahme im § 559 BGB eingeführt. Die Kosten von Modernisierungsmaßnahmen im Wohnraum können und werden in den meisten Fallen zu 11% pro Jahr auf die MieterInnen umgelegt. Diese Modernisierungsumlage ist in § 559 BGB geregelt. Eine Modernisierungsmieterhöhung kann der Vermieter verlangen bei baulichen Veränderungen in der Wohnung, die den Wohnwert (z. B. einen Balkon) erhöhen oder eine nachhaltige Energieeinsparung bewirken. Ob sich die Energieeinsparung für die MieterInnen rechnet, ist egal. Auch nach der Finanzierung der Baumaßnahme kann der Vermieter die höhere Miete weiter
kassieren.

Ein Rechenbeispiel: Modernisierungskosten = 1000 Euro. 1000 Euro x 11:100:12=9,17 Euro pro Monat. Nach 10 Jahren also 9,17x12x10 hat der Vermieter 1100,40 Euro eingenommen und den Wert seiner Immobilie auf Kosten des Mieters erhöht. Bei einer Erhöhung des Wohnwerts hat der Mieter noch etwas direkt davon, bei einer energetischen Sanierung in der Regel nicht, da die Baukosten oft die Energieeinsparungen bei weitem übertreffen.

Die energetische Sanierung kommt vor allem bei noch günstigen Mietwohnungen zum Einsatz. Sie ist zu einem Werkzeug geworden, um BestandsmieterInnen aus ihren Mietwohnungen zu verdrängen. Das führt auch zu einem generellen Anstieg des Mietspiegels.Noch gibt es aufgrund der Kürze der Zeit keine allgemeinen Zahlen, wie viele MieterInnen nach energetischer Sanierung ihre Wohnungen verlassen mussten, weil sie sich die neue Miete nicht mehr leisten konnten.

Stadtsoziologe Christoph Schiebe hat die “Verdrängung von Bestandsmieter*innen durch Modernisierungsumlage” in Pankow untersucht. Er wird von seiner Forschungsarbeit berichten und zu welchen Ergebnissen
er gekommen ist.
Rechtsanwältin Carola Handwerg gehört dem AK Mietrecht im „Republikanischen Anwältinnen und Anwälte Verein e. V.“ (RAV) an. Der RAV fordert die Streichung des § 559 BGB, welche die Modernisierungsumlage regelt.
Moderation: Fabian Kunow

Diese Abendveranstaltung ist eine Kooperation von Helle Panke e. V. – Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin und dem Republikanischen Anwältinnen und Anwälte Verein e. V. (RAV)
Kosten: 2,00 Euro
Veranstaltungsort:
Helle Panke
Kopenhagener Str. 9
10437 Berlin

Mehr Informationen gibt es hier.

 

Aug 25

Kritische Umweltforschung und Neo-Nationalismus: zwei Workshops in Hamburg

Im Herbst 2016 gibt es zwei interessante Workshops am Geographischen Institut der Universität Hamburg. Beide Veranstaltungen sind offen für alle Interessierten.

Vom 14. bis 16. Oktober 2016 findet der Workshop “Kritische Umweltforschung” statt, der aktuelle Fragen von Mensch-Umwelt-Beziehungen mit Perspektiven einer kritischen Geographie und Sozialwissenschaft verbindet. Es gibt Vorträge unter anderem zu urbaner politischer Geographie, Umweltgerechtigkeit, Demokratie und Natur, postkoloniale politischer Ökologie und Postwachstum.

Gemeinsam mit dem Arbeitskreis “Politische Geographie” lädt das Institut vom 4./5. November 2016 zum Workshop “Neo-Nationalismus und neue Rechte Bewegungen in Deutschland: (K)ein Thema für die Politische Geographie?”. Themen des Workshops sind unter anderem die Zusammenhänge zwischen Austeritätspolitik und rechten Bewegungen, “banal nationalism” oder Raumkonstruktionen der Querfront-Ideologien.

Mehr Informationen zu den Veranstaltungen und der Möglichkeit der Anmeldung gibt es auf der Webseite des Geographischen Instituts.

Aug 25

Buchvorstellung: Die Legende vom sozialen Wohnungsbau

Anlässlich der Neuerscheinung des Bandes “Die Legende vom sozialen Wohnungsbau” laden die Berliner Hefte zu Geschichte und Gegenwart der Stadt, Kotti & Co und Südblock  zur Buchpräsentation am Mittwoch, dem 31. August 2016 um 19 Uhr in das “aquarium” direkt neben dem “Südblock” in der Skalitzer Straße 6 in Berlin-Kreuzberg.

Jul 22

Kiezspaziergang am 23.7.2016: Performing Kreuzkölln. Kollektive Interventionen zur Touristifizierung eines Stadtquartiers

Ich bin ein Reisender, kein Tourist! - Diese im Songtitel der Band Oiro beiläufig beschriebene Ablehnung des Tourist*innen-Seins soll der Ausgangspunkt der in diesem Spaziergang unternommenen „Raumerkundung“ sein. In Zeiten stetig wachsender Reisebewegungen stellt sich die Frage, warum niemand Tourist*in sein möchte. Was heißt das überhaupt? Tourist*in-Sein bedeutet aus performanztheoretischer Perspektive, dessen Rolle einzunehmen. Tourismus muss aufführt werden, um soziale Realität zu erlangen. Zentral ist demnach die touristische Praxis, aus der Tourismus und all seine Ablehnung hervorzugehen scheint.

Wir wollen Tourismus in allen verschiedenen Formen und Facetten im Stadtraum performativ aufführen! Es wird dabei ebenso um Selbsterfahrung wie um Fremdwahrnehmung gehen: Wir verstellen unseren Blick, betrachten Dinge neu, überschreiten Grenzen gängiger Exkursionserfahrungen. Gleichzeitig intervenieren wir, fordern lokale Alltagsstrukturen heraus, touristifizieren sie. Wir nerven, sammeln Affekte, verzerren durch Détournements festgeglaubte Zusammenhänge, provozieren Konflikte und treiben es bis an den Rand der Eskalation. Am Ende werden wir mehr wissen: nicht nur über uns und das Wirken unserer Handlung sondern auch über Städtetourismus und seine im zunehmenden Maße real werdenden Auswirkungen auf die Stadtquartiere Berlins.

(Das Mitführen von touristischen Utensilien, die unser Touringexperiment unterstützen, wie Fotoapparate, Regenschirme, Rollkoffer, etc. sind ausdrücklich erwünscht!)

 

In Kooperation mit Naturfreunde Berlin e.V.; Kosten 2,50 €, Naturfreunde frei

Datum: 23.07.2016
Treffpunkt: Treffpunkt: U-Bhf: Hermannplatz/ auf dem Platz bei Statue “Das Tanzende Paar”
Zeit: 16.00 Uhr
Dauer: Ca. 3 Stunden
Ansprechpersonen Nils Grube

 

 

Jul 11

Scheiß auf den Neoliberalismus! – Neues Heft von ACME online

homeHeaderTitleImage_en_USDas Heft 2/2016 von “ACME. An International E-Journal for Critical Geographies” ist erschienen. Alle Beiträge gibt es online hier. Im Heft gibt es auch das Essay “Scheiß auf den Neoliberalismus” von Simon Soringer, das in mehrere Sprachen übersetzt wurde.

Jun 22

Kiezspaziergang am 25.6.2016: Sichtachsen durchkreuzen. Ein Blick hinter die barocken Fassaden der Potsdamer Innenstadt

Hübsch anzusehen ist es ja, dieses Potsdam. Schick gemacht hat es sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten: Gebäude geputzt, Parks gestutzt, und ein Schloss (wiederauf)gebaut hat es sich auch. Stets scheint dabei vor allem der ästhetische Wert im Vordergrund zu stehen: Ob originalgetreue Wiederherstellung von Fassadengestaltungen oder frei gehaltenen (bzw. geschlagenen) Sichtachsen zwischen diversen Gebäuden und städtebaulichen Ensembles – das Auge baut mit.

Doch was passiert eigentlich mit all den Häusern, die angeblich diese Sichtbeziehungen stören, weil sie im Weg stehen oder einfach als zu hässlich erachtet werden? Wohin sollen all die Menschen, die nicht so recht passen ins preußisch-barocke Potsdam? Und an welcher Perspektive von Stadt richtet sich all das eigentlich aus?

Gemeinsam wollen wir uns gegenwärtige Orte der Potsdamer Innenstadt anschauen, die es wahrscheinlich so schon bald nicht mehr geben wird und dabei auch Orte aufsuchen, die schon hinter den geputzten, barocken Fassaden verschwunden sind. Wir spüren den Menschen nach, die an diesen Orten wohn(t)en und wirk(t)en, um zu verstehen, was da schon verloren gegangen ist oder noch verloren gehen kann. Und vielleicht kommen wir ja auch auf die eine oder andere Idee, dass doch noch alles ganz anders wird.

In Kooperation mit Naturfreunden e.V. Berlin. Kosten 2,50, Naturfreunde frei
Datum: 25.06.2016
Treffpunkt: Treffpunkt: Alter Markt (vor dem Fachhochschulgebäude) in Potsdam
Zeit: 13.00 Uhr
Dauer: 2,5 Stunden
Ansprechperson: Lukas Schliephake

Jun 21

sub\urban-Preview: Nicht förderungswürdig. Weshalb die Evaluation der Exzellenzinitiative gegen deren Fortsetzung spricht

suburbanPassend zur aktuellen Debatte um die Fortsetzung der Exzellenzinitiative gibt es vorab einen Text aus dem zehnten Heft von “sub\urban”. Der Beitrag von Tilman Reitz, Angela Graf und Christina Möller ist auf der Webseite von “sub\urban” erschienen.

Jun 15

Forschungswerkstatt Kritische Geographie vom 16. bis 17. Juni 2016 in Leipzig

headerfoweleipzig-300x169Die mittlerweile siebente Forschungswerkstatt Kritische Geographie findet von Donnerstag, dem 16. Juni bis Sonntag, den 19. Juni 2016 in Leipzig-Lindenau statt. Auf dem Programm stehen ein Keynote-Vortrag, Workshops, Exkursionen u.a. zu kollektivem Kartieren, Aktionsforschung, Kritische Didaktik und Lehre, Feministischer Geographie und Kritischer Physischer Geographie. Das komplette Programm und weiter Informationen gibt es hier

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