Kiezspaziergang am 27.7.2019: Enteignen, Besetzen, Kollektivieren – Das zähe Ringen um bezahlbaren Wohnraum

Eine bezahlbare Wohnung in Berlin zu finden, war selten so schwierig wie momentan. Das Grundbedürfnis Wohnen wird als Ware verwaltet – als Mangelware. Viele Menschen zwingt dieser Umstand in eine prekäre Lebenssituation oder zum Umzug an Orte, die nichts mit ihrem bisherigen Leben zu tun haben. Doch es gibt ein Aufbegehren gegen diese Zustände: Praktiken des Enteignens, Besetzens und Kollektivierens erhalten zunehmende Aufmerksamkeit. Auf der einen Seite werden die Mietenproteste radikaler, kreativer, professioneller und formieren sich zunehmend zu einer Massenbewegung. Auf der anderen Seit reagieren Landespolitik und Immobilienunternehmen nur sehr zögerlich – doch langsam scheint Bewegung ins Spiel zu kommen…  

Der Kiezspaziergang gibt Einblicke in die aktuellen wohnungspolitischen Kämpfe vor Ort. Gemeinsam mit Aktiven wollen wir Erfolge und Erfahrungen diskutieren. Nicht zuletzt sollen auch die Teilnehmenden des Kiezspaziergangs den Methodenkoffer der Mietenaktivist:innen besser kennenlernen und selbst ausprobieren. Denn am Ende sind wir alle nicht nur Betroffene – sondern können auch aktiv im Kampf um die Wohnungsfrage mitmischen.

Samstag, 27. Juli, 13:00 – 15:30 Uhr, Treffpunkt: Bushaltestelle Waldeckpark (M29)

Gemeinsame Veranstaltung der Naturfreunde Berlin e.V. und Kritische Geographie Berlin e.V.

Mitglieder NaturFreunde frei, 4 Euro regulär, 2 Euro ermäßigt

Kiezspaziergang am 22.6.2019: Smart-City-Raumproduktionen:Kritische Sichtweisen auf die Digitalisierung in Schöneberg

Die Digitalisierung wird vielfach in Wissenschaft, Politik und Medien als gesellschaftliche Umbruchssituation dargestellt. Sie beeinflusst sämtliche Bereiche unseres Alltags, aber  auch die Wirtschaftsweisen und die Arbeitsorganisation in Städten (WebTech Urbanismus). Auch in Schöneberg tauchen rund um die Digitalisierung neue Arbeits- und Wohnformen, “Nachbar*innen”  und Akteur*innen auf. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, gerade in einer wachsenden Stadt wie Berlin, in der die räumlichen Ressourcen immer knapper und Konkurrenzsituationen immer augenscheinlicher werden, wer die zukünftige Entwicklung der Städte maßgeblich beeinflusst und bestimmt. Proteste und Konfklikte gegen die “neuen Nachbar*innen” nehmen zu. Konzepte wie Smart City werden genauer in den Fokus genommen wie auch die Verräumlichung der Digitalökonomie und die daraus resultierenden Verdrängungsmechanismen. Ziel des Kiezspaziergangs ist, ein Bild des derzeitigen Status Quo vom “digitalen Schöneberg” aufzuzeigen und widersprüchliche Trends aufzuspüren. Folgende Stationen sind geplant und folgende Fragen können aufgegriffen werden:

  • Südkreuz: “Smarte” digitale Systeme: Daten und Überwachung: ein neues “smart Gebiet” entsteht
  • EUREF-Campus: Smart City: Die Stadt der Zukunft? E-Mobility: für wen ist diese gemacht?
  • Street Reading: Was Begriffe wie Labs, Hubs, Co-Working-Spaces, Pitches über die derzeitigen Arbeitsmärkte verraten
  • Kleistpark: Co-Living: Temporalität, digitale Welten und die Sehnsucht nach Beständigkeit
  • Verräumlichung der Digitalökonomie: Nutzungskonflikte und Verdrängung: rent 24 und Potse Drugstore: Landbanking-Strategien von privaten Unternehmen vs. der Kampf um Raum für autonome Jugendarbeit, Commerzbankgebäude
  • Welche  Smart-City-Strategie verfolgen öffentlichen Wohnungsbaugesellschaften? Welche Folgen ergeben sich daraus?
  • Welche Digitalisierungsstrategien bräuchte die öffentliche Hand, um nachhaltig etwas für die Menschen im Bezirk zu bewirken?

Ansprechpartnerin: Dr. Christine Scherzinger, c-scherzinger.de Ort/Unterkunft/Treffpunkt: S-Bahnhof Südkreuz (vor der Apotheke), 13.00 Uhr 12101 Berlin

Gemeinsame Veranstaltungsreihe von NaturFreunden Berlin und Kritische Geographie Berlin e.V.: Mitglieder Naturfreunde frei, 4 Euro regulär, 2 Euro ermäßigt

WebTech-Urbanism – Diskussion 13.06. / Vortrag 14.06.

Parallel zur Forschungswerkstatt Kritische Geographie 2019 organisieren Kritische Geographie Berlin am 13. und 14. Juni zwei Veranstaltungen zur städtischen Veränderungen durch internetbasierte Geschäftsmodelle. Die Veranstaltungen sind öffentlich, umsonst und ohne Anmeldung zu besuchen.

Weitere Informationen hier: KOSMOS Workshop Webtech-Urbanism – Konflikte um die Verräumlichung digitaler Ökonomie

13.06.2019 (Donnerstag) | 19:00 Uhr
Ort: Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung Berlin, Sebastianstr. 21, 10179 Berlin

Podiumsdiskussion “Kritische Perspektiven auf die Digitalisierung in Städten

Gemeinsame Veranstaltung mit der Heinrich-Böll-Stiftung. Es tragen vor: die Herausgeberin des jüngst erschienen Buches „Smart City – Kritische Perspektiven auf die Digitalisierung in Städten“ Prof. Dr. Sybille Bauriedl und der kritische Künstler und Wissenschaftler Ulf Treger.

Moderation: Prof. Dr. Tom Bürk
 

14.06.2019 (Freitag) | 20:30 Uhr
Ort: Aquarium im Südblock, Skalitzer Straße 6, 10999 Berlin

Keynote von Prof. Dr. Ugo Rossi – Titel “The contested common: Capturing and reclaiming value in the platform metropolis”  (auf Englisch)

Moderation: Prof. Dr. Margit Mayer

Kiezspaziergang am 27.04.2019: Touristifizierung in Kreuzberg – Der Mythos S036 zwischen Ausverkauf und Widerstand

Kreuzberg und der nach dem ehemaligen Postzustellbereich benannte Teil S036 stehen immer wieder im Fokus von Auseinandersetzungen um die Folgen des zunehmenden Stadttourismus. Während die Übernachtungszahlen im gesamten Stadtgebiet stetig steigen und die Neugierde nach einer möglichst authentischen Begegnung mit dem „real Berlin-Lifestyle“ zunimmt, wächst das Unwohlsein vieler in denjenigen Kiezen, die die erlebnishungrigen Massen magisch anzuziehen scheinen. Kritisiert wird neben der allgemeinen Zunahme von Lärm und Müll nicht zuletzt auch der Ausverkauf Kreuzbergs als konsumierbare Erlebniswelt. Für nicht wenige ist der von Babara Lang 1998 beschriebene „Mythos Kreuzberg“ mittlerweile nur noch ein touristisches Abziehbild seiner selbst und Widerstand regt sich.

Dieser Kritik folgend möchten wir uns beim kommenden Spaziergang an die Orte begeben, an denen sich in älterer wie jüngerer Vergangenheit vielschichtige Konflikte im Zusammenhang mit der fortschreitenden „Touristifizierung“ des Stadtteils entfacht haben. Betrachtet werden dabei die jeweils spezifischen Formen und Auswirkungen des Stadttourismus sowie die durch verschiedene Initiativen artikulierte Kritik. Mit einem zusätzlichen historischen Blick zurück möchten wir uns außerdem der Frage nähern, in welchem Zusammenhang der Mythos Kreuzberg selbst sowohl in Bezug auf die touristischen Ausprägungen im Stadtteil als auch der aufkommenden Form des Protests steht und welche Rückschlüsse sich daraus für die zukünftige Entwicklung Kreuzberg ziehen lassen.

Gemeinsame Veranstaltung der Naturfreunde Berlin e.V. und Kritische Geographie Berlin. Kostenbeitrag: 4 €, ermäßigt 2€, für Naturfreundemitglieder frei

Datum:27. April 2019
Treffpunkt:Oranienplatz, beim Drachenbrunnen (nahe U Kottbusser Tor)
Zeit:13:00 Uhr
Dauer:ca. 2,5 Stunden
Ansprechperson:Nils Grube

Kiezspaziergang am 6.10.2018: Digitales Schöneberg: Trends, widersprüchliche Visionen und Auswirkungen auf die Nachbarschaften

Die Digitalisierung wird vielfach in Wissenschaft, Politik und Medien als gesellschaftliche Umbruchssituation dargestellt. Sie beeinflusst sämtliche Bereiche unseres Alltags, aber  auch die Wirtschaftsweisen und die Arbeitsorganisation in Städten. Auch in Schöneberg tauchen rund um die Digitalisierung neue Arbeits-, Wohnformen, „Nachbarn“  und private Akteur_innen auf. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, gerade in einer wachsenden Stadt wie Berlin, in der die räumlichen Ressourcen immer knapper und Konkurrenzsituationen immer augenscheinlicher werden, wer die zukünftige Entwicklung der Städte maßgeblich beeinflusst und bestimmt. Proteste gegen die „neuen Nachbarn“ nehmen zu. Konzepte wie Smart City werden genauer in den Fokus genommen.  Ziel des Kiezspaziergangs ist, ein Bild des derzeitigen Status Quo vom „digitalen Schöneberg“ aufzuzeigen und widersprüchliche Trends aufzuspüren. Folgende Stationen sind geplant.

  • Südkreuz: „Smarte“ digitale Systeme: Daten und Überwachung
  • Naumann-Park / General von Pape Straße: Start-ups Willkommen, Nutzungskonflikte mit „traditionellem Gewerbe“
  • EUREF-Campus: Smart City: Die Stadt der Zukunft ?
  • Street Reading: Was Begriffe wie Labs, Hubs, Co-Working-Spaces, Pitches über die derzeitigen Arbeitsmärkte verraten
  • Kleistpark: Co-Living: Temporalität, digitale Welten und die Sehnsucht nach Beständigkeit
  • Neue Nachbarn: Nutzungskonflikte und Verdrängung: rent 24 und Potse Drugstore: Landbanking-Strategien von privaten Unternehmen vs. der Kampf um Raum für autonome Jugendarbeit

 

Treffpunkt: Südkreuz vor der Apotheke, um 13.00 Uhr
Gemeinsame Veranstaltung der Naturfreunde Berlin e.V. und Kritische Geographie Berlin
Kosten: 2,50 €, Naturfreundemitglieder frei

Ansprechpartnerin: Dr. Christine Scherzinger

Kiezspaziergang am 22.9.2018: Zwischen Inszenierung und Planungskonflikt – Das Dong Xuan Center als Berlins neue Asiatown

„Diversity“ gilt in der neoliberalen, unternehmerischen Stadt als Ressource für die Stadtentwicklung. In diesem Sinne werden migrantische Ökonomien in Wert gesetzt, um neue touristische Destinationen und Einkaufsmöglichkeiten für kosmopolitische StadtbewohnerInnen zu schaffen. Diese städtischen Inszenierungen orientieren sich an weltweit bekannten Chinatowns, die auch dem Dong Xuan Center in Berlin-Lichtenberg für viele Jahre als Vorbild galten. Mit der Inszenierung als „Asiatown“ stießen die Betreiber des Centers jedoch an geltendes Planungsrecht. Die geplante Entwicklung zur Asiatown steht im Widerspruch zum Flächennutzungsplan des Landes Berlin, in dem das Grundstück des Centers als Gewerbegebiet festlegt ist. Damit ist im Center Einzelhandel und Gastronomie nur sehr eingeschränkt möglich, was eine touristische Vermarktung des Centers ausbremst.

Der Stadtspaziergang bietet eine reflexive Begehung des Centers und betrachtet die Entwicklung des Centers als Teil innerstädtischer Planungskonflikte im Gewerbegebiet Herzbergstraße.

Kosten 2,50 Euro, Mitglieder der Naturfreunde frei.

22.9.2018: Tramhaltestelle Herzbergstraße / Industriegebiet, 13 Uhr, Dauer 2 h

Ansprechperson: Antonie Schmiz

 

 

 

 

Kiezspaziergang: 25.08.2018, 13 Uhr: Die Zukunft der Großwohnsiedlungen/ Marzahn

Nachverdichtung – Abriss – Neubau.

Die Entwicklung von ostdeutschen Großwohnsiedlungen am Beispiel Berlin-Marzahn

Auf der Grundlage eines Wohnungsbauprogramms sind in der gesamten DDR über 170 Großwohnsiedlungen errichtet worden. In diesen Wohngebieten lebten vor allem junge Familien mit Kindern. Seit 1990 sind die Großwohnsiedlungen unter starken Druck geraten. Bis Mitte der 2000er Jahre waren die zentralen Trends Einwohnerverluste, Wohnungsleerstände und demographische Verschiebungen. Heute sind es vor allem der Mangel an bezahlbaren Wohnungen, Neubau und eine zunehmende soziale Segregation die die Diskussionen bestimmen. An verschiedenen Stationen werden für die Siedlung prägende Entwicklungen erklärt und deren Effekte auf die Quartiere anhand von Beispielen erläutert.

 

Treffpunkt: 25.08.2018: Eastgate – Eingang vom Busbahnhof (S-Bahnhof Marzahn), Start um 13.00 Uhr

8. International Conference of Critical Geography

Vom 19. bis 23. April 2019 findet in Athen die 8. International Conference of Critical Geography (ICCG) statt. Die Konferenz steht unter dem Motto “In Permanent Crisis? Uneven Development, Everywhere War and Radical Praxis”. Bis zum 30. September 2018 können Vorschläge für Vorträge oder Sessions eingereicht werden. Die Anmeldung für die Konferenz ist ab dem 1. Dezember 2018 möglich. Mehr Informationen gibt es auf der Webseite der Konferenz.

Neuerscheinung: Austerity Forever?! Die Normalisierung der Austerität in der BRD

Der Band “Austerity Forever?! Die Normalisierung der Austerität in der BRD” von Tino Petzold ist ganz frisch beim Verlag Westfälisches Dampfboot erschienen. Tino Petzold zieht die Verankerung von Haushaltsdisziplin, Schuldenbremse und Sparwut in der Finanz- und Haushaltspolitik seit den 1970er Jahren nach. Mehr Informationen zum Buch gibt es beim Verlag. Einen Auszug aus dem Band gibt es außerdem online bei der Tageszeitung “neues deutschland

Veranstaltungshinweis: Wie kommen wir zur Entkriminalisierung von Hausbesetzungen?

Am Ende des Sommers gibt es ein Podium und einen Film zur Geschichte und Gegenwart von Hausbesetzungen in Berlin. Im “AcudMachtNeu” in der Veteranenstraße 21 in Mitte diskutieren am Donnerstag, dem 30. August 2018 um 20 Uhr Aktivist*innen von #besetzen und der Stadtforscher Philippe Koch aus Zürich mit der Landesvorsitzenden der Berliner LINKEN, Katina Schubert, über einen Umgang mit Hausbesetzungen jenseits der “Berliner Linie”. Mehr Informationen zur Veranstaltung gibt es bei der Hellen Panke.