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Einladung zum 1. Workshop der Reihe: Berlin und seine Tourist_innen

 

Zur politischen Ökonomie der Touristification Berlin-Kreuzköllns“

am Samstag den 9. Juni 2012, (11:00 – 16:00 Uhr)

 

Ort:  Babylonia, Cuvrystr 23a, 10997 Berlin

Kontakt und Anmeldung:

Upload/InsertKris Maschewsky: kris.maschewsky@gmx.net

Thomas Bürk: tombuerk@gmx.de

 

Tourismus ist die Konsumption kommodifizierter, also warenförmig gemachter Orte durch räumlich mobile Konsumenten. Die politische Ökonomie der Touristification besteht daher aus diversen Wechselwirkungen zwischen touristischen Angeboten, Nachfragen und der Zirkulation / Mobilität von Menschen, Gütern und Informationen, bzw. deren medialer Erzeugung und Übermittlung. Jede touristische Destination bedarf somit eines (mehr oder weniger) differenzierten, spezifizierten und vielfältigen Spektrums infrastruktureller und dienstleistungsbasierter Angebote zur Befriedigung touristischer Wünsche und Bedürfnisse. Der Charakter dieser Angebote schwankt und ist abhängig von lokalen Märkten und ihrem Publikum.

In Berlin ist in den letzten Jahren eine Verschiebung und Ausweitung der touristischen Orte und seiner Protagonist_innen festzustellen: Neben der touristischen Konsumption von “Hochkultur” und “Geschichte” werden Party- Erlebnis-, und Subkultur -Tourismus sowie die  Suche nach konsumierbarem “authentischem urbanem Leben” immer relevantere Marktsegmente. Diese Prozesse der touristischen Inwertsetzung neuer städtischer Räume, derzeit insbesondere etwa in “Kreuzkölln” oder dem südöstlichen Kreuzberg lassen sich nicht alleine als Erfolg städtischer Marketing-Strategien oder neuer (sub)kultureller Angebote dort interpretieren.  Wesentlich ist dabei auch, dass die touristischen Konsument_innen diese Orte nicht nur besuchen, sondern sie durch ihre Anwesenheit und konkreten Alltagspraxen als Tourist_innen mit produzieren.

Der städtische Raum scheint sich daher immer mehr auch entlang touristischer  Bedürfnisse zu transformieren, während er seinen Gebrauchswert für die lokal ansässige Wohnbevölkerung verlieren kann, bzw. diese verdrängt wird. Daher werden Zusammenhänge zwischen der Gentrifizierung einzelner Stadtteile und deren touritischer Attraktivität vermutet. Voraussetzung dafür ist allerdings auch die relative Armut großer Teile der Berliner Bevölkerung, auf ihr gründet Berlins Aufstieg zu einer europäischen Metropole des “alternativen” Backpacker-Tourismus. Berlin ist nicht “arm, aber sexy”, sondern “touristisch sexy, weil arm”!

 

Diesen hier nur skizzierten Elementen und Wechselwirkungen touristischer Ortsproduktionen in Berlin wollen wir uns über die – raumtheoretisch geformte – Brille einer politischen Ökonomie der Touristifizierung annähern:

Neben einführenden Überlegungen und Begriffsklärungen (polit. Ökonomie des Touris­mus + Touristifizierung) wollen wir uns in drei Arbeitsgruppen 1. der Inwertsetzung der Stadt als touristischem Ort, 2. dem Zusammenhang von Gentrifizierung und Tourismus, sowie 3. dem konkreten Beispiel des Berliner Ferienwohnungsmarktes widmen.

Wir bitten Interessierte sich bei uns anzumelden und ihr Interesse an der jeweiligen Arbeitsgruppe zu signalisieren, damit wir noch kurzfristig kurze Vorbereitungslektüren versenden können.

 

Der freie Zusammenschluss kritische geographie berlin beschäftigt sich seit längerem mit Phänomenen, Ursachen, Akteuren und Wirkungsweisen des neuen touristischen Interesses an Berliner “Trend- Bezirken“, wie etwa Mitte, Kreuzberg und Teilen Neuköllns (‚Nordneukölln’). Bisher haben wir uns in unterschiedlicher Intensität und Regelmäßigkeit einen Überblick über das Thema verschafft und uns mit einzelnen Facetten von Touristifizierung der Stadt und “Kreuzköllns“ beschäftigt. In der 2012 stattfindenden Workshopreihe möchten wir uns und anderen die Möglichkeiten schaffen, in einem strukturierten Versuch der Annäherung an unterschiedliche Dimensionen der Touristification diese in ihrem komplexen Charakter etwas lesbarer zu machen und uns über Fragen der Analyse und Bewertung auch zu möglichen Interventionen und Initiativen zu verhalten.

 

Charakter der Workshops:

Angestrebt wird eine vorstrukturierte, aber gleichzeitig möglichst offene Debatte, („niedrig schwellig und niedrig schwallig“), die von einzelnen Mitgliedern der kritischen geographie berlin vorbereitet und moderiert wird. Die Workshops Touristification gehen davon aus, dass das Thema (auch aus eigener touristischer Praxis) für alle Beteiligten an Erlebnis- und Erfahrungshorizonte anschlussfähig ist. Positionshierarchien und ‚good and evil’ – Polaritäten sollten dadurch zu bewältigen sein.

 

Teilnehmen können alle Leute die sich über die Mailingliste angesprochen fühlen sowie eingeladene Gäste (Maximal allerdings ca. 30 Personen). Die Teilnahme ist kostenlos.

 

Weitere Workshops der Reihe:

 

– Workshop 2:  (lokale) Governance des Tourismus und der Tourist_innen(Voraussichtlich Aug/Sept. 2012)

– Workshop 3 : Touristische Alltagspraktiken (Voraussichtlich 0kt/Nov. 2012)

 

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