Veranstaltung und Workshop “Fabriken des Wissens – Arbeitsbedingungen und Arbeitskämpfe im Wissenschaftsbetrieb”

Am 25. und 26. Januar 2013 finden in Berlin eine Podiumsdiskussion und ein Tagesworkshop zum Thema “”Fabriken des Wissens – Arbeitsbedingungen und Arbeitskämpfe im Wissenschaftsbetrieb” statt.

„FABRIKEN DES WISSENS – ARBEITSBEDINGUNGEN UND ARBEITSKÄMPFE IM WISSENSCHAFTSBETRIEB“

25. – 26. JANUAR 2013

Arbeit in der Wissenschaft ist zunehmend prekär

Akademiker_innen scheinen privilegiert: ihr Einkommen ist höher als das anderer Berufsgruppen, sie haben ein geringeres Risiko, arbeitslos zu werden, und einen größeren Handlungsspielraum in der Gestaltung ihrer Arbeit. Für das Berufsfeld Wissenschaft trifft diese Beschreibung jedoch auf die Mehrzahl der Beschäftigten nicht zu:

Die meisten Personen sind befristet beschäftigt, oftmals in Teilzeit und haben kaum Perspektiven auf eine Dauerstelle innerhalb des Wissenschaftsbetriebs. Selbst wenn eine Weiterbeschäftigung durch immer neue Befristungen gelingt, bleiben die Unsicherheit sowie rechtliche und finanzielle Einschränkungen bestehen. Viele arbeiten trotz Teilzeitbezahlung Vollzeit und machen weitere unbezahlte Überstunden und Wochenendarbeit. Ihre schlechten Arbeitsbedingungen ermöglichen den Großteil der universitären Lehre und wissenschaftlichen Forschung an Unis und Forschungsinstituten. Ohne sie müssten Forschung und Lehre eingestellt bzw. enorm reduziert werden. Gleichzeitig wird die Förderung und der Ausbau von Wissenschaft und Bildung als Leitbild propagiert. Mit anderen Worten: Es bestehen eigentlich ideale Bedingungen für Arbeitskämpfe.

Doch warum kommt es nicht zu Arbeitskämpfen?

Viele bundesdeutsche Akademiker_innen scheinen weiterhin an die Möglichkeit eines individuellen Fortkommens zu glauben. Anders als in Italien, Frankreich oder Spanien kommt es kaum zu kollektiver Organisierung. Woran liegt es, dass Wissenschaftler_innen die strukturellen Rahmenbedingungen ihrer Arbeit so wenig thematisieren? Wird Prekarität immer noch lediglich als „Zwischenstadium“ auf dem – für die meisten unerreichbaren – Weg zur Professur oder leitenden Dauerstelle akzeptiert? Warum werden keine Alternativen bzw. adäquate Protestformen gesehen? Wir haben den Eindruck, dass auch in linken Zusammenhängen selten über die eigenen Arbeitsbedingungen geredet wird. Im Februar 2012 haben wir in der K9 Erfahrungen und Utopien alternativer Strukturen linker Wissenschaft diskutiert. In der kommenden Veranstaltung wollen wir Handlungsalternativen in konventionellen Arbeitsstrukturen erörtern: Welche Arbeitsbedingungen wünschen wir uns?  Welche Forderungen wollen wir innerhalb konventioneller Arbeitsstrukturen stellen? Welche Aktions- und Protestformen sehen wir?

 

Podiumsdiskussion

„SIND DIE UNIVERSITÄTEN UNSERE NEUEN FABRIKEN? INTERVENTIONEN GEGEN PREKÄRE BESCHÄFTIGUNGSVERHÄLTNISSE IM WISSENSCHAFTSBETRIEB“

Fr. 25. Januar 2013, 19:30 K-Fetisch (Wildenbruchstraße 86, Berlin-Neukölln)

Die Prekarität in der Wissenschaft wird international nicht mehr protest- und widerstandslos hingenommen. Es gibt Initiativen, die Aktionen gegen unterschiedliche Formen der Prekarisierung auch in den Bereichen der Dienstleistungs- und Wissensökonomien organisieren. Diese werden seit langem inspiriert und begleitet von theoretischen Debatten aus dem Kontext (post)operaistischer, autonom-marxistischer Positionen. Wir möchten daher den Blick auf diese internationalen Ansätze richten und sie mit Vertreter_innen bundesdeutscher, auch gewerkschaftlicher, Initiativen diskutieren.

Referent_innen:

  • Gerald Raunig, Philosoph und Kunsttheoretiker (European Institute for Progressive Cultural Policies, Zürich
  • Susanne Feldkötter (Ver.di Berlin)
  • N.N. (GEW/Templiner Manifest)
  • Linda Guzzetti (FU-Mittelbauinitiative Bundeskonferenz der Sprachlehrbeauftragten)
  • Miriam Pieschke (AG Kritische Lehre bei reflect!)
  • Moderation: Thomas Bürk (Kritische Geographie Berlin)

 

Tagesworkshop

„ARBEITSKÄMPFE IM WISSENSCHAFTSBETRIEB: LET’S DO IT!“

Sa 26. Januar 2013, 12-19 Uhr, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Seminarraum 3 (1. Stock), Franz-Mehring Platz 1, Berlin-Friedrichshain

Um Anmeldung für den Workshop bis zum 20.01.2013 wird gebeten: fabriken_des_wissens@gmx.net

Im Workshop wollen wir die Fragen weiter vertiefen und insbesondere praktische Handlungsoptionen entwickeln. Nach einem einführenden Vortrag von Gerald Raunig wird es parallele Workshops mit Vertreter_innen aus Initiativen und Gewerkschaften zu folgenden Themen geben:

  • Interessensvertretungen in Kunst-, Kultur und Bildungsarbeit
  • Gewerkschaftliche Initiativen und Engagement in Betriebs- und Personalräten
  • Theoretische Analyse
  • Selbstorganisation von Stipendiat_innen

 

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit ROSAlumni e.V. und der Rosa-Luxemburg Stiftung

 

Weitere Informationen und Mitveranstalter_innen:

http://kritische-geographie-berlin.de/

http://www.reflect-online.org/arbeitskreise/ak-kritische-lehre

http://www.gew.de/Templiner_Manifest.html

http://biwifo.bb.verdi.de/

http://eipcp.net/transversal/0809/raunig/de

http://www.fu-mittelbau.de/

Reader “Wem gehört Frankfurt?”

Der Reader zum Kongress wurde vom AK Kritische Geographie Frankfurt herausgegeben und ist als pdf abrufbar unter: http://www.geo.uni-frankfurt.de/ifh/Forschung/druck/Forum/FH-9.pdf

“Herrschinger Kodex” der GEW

Die GEW hat einen Herrschinger Kodex zum Thema “Gute Arbeit in der Wissenschaft. Ein Leitfaden für Hochschulen und Forschungseinrichtungen” erstellt. Der Kodex ist als pdf abrufbar unter:
http://www.gew.de/Binaries/Binary92222/Bro_Hersch_Kodex_web.pdf

Kongress “Energiedemokratie” am 23. und 24. November 2012 in Potsdam

Kongress der Initiative UniSolar Potsdam e.V in Zusammenarbeit mit der
Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg e.V., Rosa-Luxemburg-Stiftung e.V.,
Energie Forum Potsdam e.V. und der Neue Energie Genossenschaft eG.

Anmeldung und weitere Informationen unter http://www.energiedemokratie.net

Mietenpolitische Demo am 10. November 2012

Demo zur Konferenz “Mietenpolitisches Dossier | Mietenpolitischer Dialog im Abgeordnetenhaus”
Treffpunkt: 10. November 2012, 16 Uhr, Kottbusser Tor

Weitere Informationen unter:

http://mietendossier.blogsport.de/2012/10/26/demo-zur-konferenz/

http://www.stadtderzukunft.org/

Gründung von sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung

Mit einem Workshop soll am 18. und 19. Oktober 2012 in Berlin die neue Zeitschrift sub\urban gegründet werden.

sub\urban ist eine neue wissenschaftliche Zeitschrift, die einen Ort für eine deutschsprachige, interdisziplinäre Debatte in der kritischen Stadtforschung schafft. Mit der Gründung von sub\urbanwerden primär zwei Ziele verfolgt: Austausch zwischen verschiedenen disziplinären Zugängen zu Stadtforschung zu fördern und Reflektionen darüber anzuregen, was in diesem Kontext Kritik bedeuten kann. Die Publikation von sub\urban erfolgt in deutscher Sprache, online und open access und reagiert damit nicht zuletzt auf Debatten um die Einschränkung der Zugänge und um die Rolle der Verlagshäusern in der sozialwissenschaftlichen Stadtforschung.

mehr…

Wir bleiben alle!

WBA-Demo am 22.9. – Aufruf

Mittendrin statt außen vor.
Gemeinsam gegen Sozialabbau, Verdrängung und den Ausverkauf der Stadt! 
Für selbstbestimmte, selbstverwaltete, solidarische und unkommerzielle Räume! 

http://mietenstopp.blogsport.de/2012/08/22/wba-demo-am-22-9-aufruf/

 

Out of Balance – Critique of the Present

die Stiftung Bauhaus Dessau und die Zeitschrift ARCH+ loben gemeinsam einen internationalen Wettbewerb zum Information Design aus. Komplexe gegenwärtige Probleme wie zunehmende soziale Ungleichheit oder Benachteiligung,  deren Zusammenhänge und gesellschaftliche Sachverhalte sollen anhand von Daten visualisiert werden  – auf Basis des Informationsdesigns nach Otto Neurath.
Der Wettbewerb “Out of Balance – Kritik der Gegenwart” richtet sich an Gestalter aus den Bereichen Design,  Architektur, Fotografie, Bildende Kunst etc. sowie an Wissenschaftler der Fachrichtungen Kunst- und Kulturwissenschaften, Sozialwissenschaften, Ökonomie etc.
Auf Basis von empirischen Material sollen Visualisierungen gesellschaftlicher Sachverhalte entwickelt werden, die gegenwärtige Probleme zunehmender sozialer Ungleichheit, Benachteiligung und Ausgrenzung verdeutlichen.
Der Wettbewerb knüpft an das bildpädagogische Werk von Otto Neurath an. Mit seiner Methode der Bildstatistik entwickelte er effektive Formen der Umsetzung von Daten in Informationsgrafiken, die ein leichteres Erfassen gesellschaftlicher Verhältnisse und Prozesse erlauben.

Deutschlandfunk berichtet über unseren Aufruf

Deutschlandfunk berichtet über unseren Aufruf

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/campus/1831972/

 

Veranstaltungshinweis

 

Donnerstag, 21. Juni 2012, 19:00

Auferstandene Ruinen?
Die Entwicklung der Großsiedlungen in Ostdeutschland nach 1990
Marzahner Gesellschaftpolitisches Forum und Helle Panke e.V.

Nach der Wende gehörte die Bewertung der in industrieller Bauweise entstandenen Großsiedlungen zu den vielen deutsch-deutschen Kontroversen. Und so unterschiedlich die Einschätzungen des Werts der Großsiedlungen waren, so differenziert waren auch die Entwicklungen, die die einzelnen Siedlungen in den letzten 20 Jahren nahmen. In der Veranstaltung werden die Differenziertheit des Siedlungstyps aufgezeigt, unterschiedliche Bedürfnisse der Bewohner analysiert und entsprechende Handlungsstrategien skizziert.

Referent: Nico Grunze, Diplom-Geograph und Promotionsstudent an der Humboldt-Universität Berlin, hat sich in seiner Diplomarbeit mit dem Thema „Rückbau von sozialen Infrastruktureinrichtungen in der Großwohnsiedlung Marzahn“ befasst. Seit zwei Jahren verfolgt er sein Dissertationsvorhaben zu „Entwicklungsperspektiven ostdeutscher Großwohnsiedlungen“.

Veranstaltungsort:
Peter-Weiss-Bibliothek
Hellersdorfer Promenade 24
12627 Berlin