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Kreuzberg 36. Soziale Kämpfe und Aufwertungsdruck seit 1980

Der Berliner Stadtteil Kreuzberg 36, bis 1989 am Rande des ehemaligen West-Berlin gelegen, war lange Jahre (auch symbolischer) Ort der Migration (vor allem aus der Türkei) sowie einer linken und alternativen Subkultur, eine vielfältige soziale und kulturelle Mischung aus MigrantInnen- Communities, besetzten Häusern, alternativen Projekten und avantgardistischer Kunst.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands und der erneuten Hauptstadtwerdung Berlins war Kreuzberg plötzlich aus seiner Randlage heraus (wieder) zu einem Innenstadtbezirk geworden. Seine BewohnerInnen und BesucherInnen erleben seither einen dynamischen und teilweise rasanten Wandel des Stadtteils, viele befürchten den Verlust seines ehemaligen Charakters. Die Sorge vor Mietsteigerungen und Verdrängung bestimmt seit einigen Jahren die öffentliche Debatte. Das in Kreuzberg 36 zu beobachtende spezifische Tempo der Gentrifizierung generiert neue Formationen sozialer Räume, und damit einen einzigartigen Ort der Verhandlung von Urbanität. Ein aufschlussreiches Beispiel für diese Prozesse bietet die jüngste Debatte über Tourismus und seine Folgen als Chance der Stadtentwicklung oder als Bedrohung vertrauter und auch zukünftig finanzierbarer Lebensstile.

Die Exkursion „Kreuzberg 36“ will Grabungen in der Geschichte des Stadtteils vornehmen und Orte früherer sozialer Bewegungen (Hausbesetzung, 1.Mai, queer 36, Postmigration) aufsuchen, sie wird dies aber ebenso kritisch ins Verhältnis zu gegenwärtigen Debatten um die Kommerzialisierung und Touristifizierung des Viertels setzen.

Datum: 05.10.2013
Treffpunkt: Kottbusser Tor, vor Kaisers
Zeit: 14.00 Uhr
Dauer: Ca. 2,5-3 Stunden
Ansprechpersonen Dr. Thomas Buerk tombuerk@gmx.de