«

»

Nov 14

Wochenendworkshop: 23.-24.11.2013: Was bleibt von Gezi? Zwischen Bürgerpolitik von unten und neoliberaler Repression.

KGB schwarz 200p

Wochenendworkshop: Was bleibt von Gezi? Zwischen Bürgerpolitik von unten und neoliberaler Repression

Samstag, den 23.11.2013,  9:30 bis 18:00 Uhr und Sonntag, den 24.11.2013, 10:00 bis 15:30 Uhr

 Ort: Allmende, Kottbusser Damm 25/26, 10967 Berlin

 Gezi Parkı am 28. Mai inmitten des historischen Viertels Beyoǧlu der Megastadt Istanbul:

Niemand erwartete anfangs, dass die brutale Polizei-Repression eines friedlichen Sit-in-Protestes von einem Dutzend Aktivisten für die Rettung dieses kleinen Parks eine neue Seite der türkischen Politik öffnen würde. Jedoch sind in der Folge der Gezi-Park-Repression in einer noch nie dagewesenen Art und Weise Millionen von Menschen in verschiedenen Städten auf die Straßen gegangen, um gegen den Umgang der Regierung mit dem Problem als auch gegen den anwachsenden Autoritarismus zu protestieren. Die konservative neoliberale AKP-Regierung sah sich völlig unvorbereitet dieser Krise gegenüber. Nach einer einwöchigen Lähmung entschied sich diese für die Unterdrückung der Protest-Welle mittels altbekannter Standardoperationen Ihre, d. h. durch die Weiterführung brutaler Polizeieinsätze. Diese kulminierten schließlich in den größten Proteste gegen die Regierung, die die Türkei seit dem Militärputsch vom 12. September 1980 erlebte.

In diesem Wochenendseminar werden die vielfältigen Facetten der Ereignisse und ihrer Folgen sowohl für die Türkei, den Nahen Osten und den Rest der Welt unter der Teilnahme von Experten für die Türkei und für urbane Umgestaltung unter neoliberaler Agenda diskutiert. Das Wochenend-Seminar gliedert sich in vier Blöcke:

Der erste Teil konzentriert sich auf die Gründe für den Ausbruch der Gezi-Proteste und die Transformation des Landes während der letzten Dekade der AKP-Mehrheits-Regierung. Darüber hinaus will es ein Licht auf die AKP-Lokalpolitik in Istanbul, sowie deren globale Marketing- und urbane Transformationspolitik werfen. Welche sozialen Umschichtungen und urbane Verdrängungsprozesse gingen den Gezi-Ereignissen voraus?

Der zweite Teil versucht die Dynamiken zu verstehen und zu erklären, die das Land zu sozialen Unruhen führte – mit einem besonderen Fokus auf den Hintergrund der Teilnehmer und versucht, Gemeinsamkeiten mit anderen ähnlichen Bewegungen rund um den Globus in einer transnationalen Dimension zu betrachten.

Der dritte Teil des Seminars wirft ein Licht auf die Post-Gezi-Atmosphäre und konzentriert sich sowohl auf die Strategien von Regierung und Demonstranten als auch auf die Rezeption der Proteste in Deutschland (jeweils in deutschen, türkischen und kurdischen Segmenten unserer Gesellschaft).

Schließlich ist der letzte Teil des Seminars als offene Diskussion unter den Teilnehmern vorgesehen. Wir möchten fragen: Was blieb von der Protestbewegung? Was wurde aus den hunderten Festgenommenen? Wie ist deren Situation und die der einzelnen Gruppen der Bewegung jetzt und welche Strafen drohen ihnen? Im Seminar nutzen wir diverses Material, wie Fotos, Zeitschriften, Blogs, Musikclips und Dokumentarvideos, um die Ereignisse zu illustrieren.

Leitung:  Mieste Hotopp-Riecke, Alphan Tuncer, Gökhan Tuncer, Thomas Bürk

Termin: Sa, 23.11.2013, 09:30 – 18:00 Uhr

So, 24.11.2013, 10:00 – 15:30 Uhr

Ort: Allmende e.V., Kottbusser Damm 25-26, 3. Etage, 10967 Berlin (U-Bhf Hermannplatz oder Schönleinstraße)

Eine Anmeldung unter Angabe von Name, Adresse und Telefonnummer ist erforderlich. 

Anmeldeadresse: boerjesson@bildungswerk-boell.de (Inga Börjesson)

 Die Teilnahme ist gebührenfrei.

Eine Veranstaltung des Bildungswerks Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung in Kooperation mit Zweiheimisch. ikiz yerli (Institut für Integrationsforschung Berlin-Magdeburg) und Kritische Geographie Berlin e.V.
Die Veranstaltung wird realisiert mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.