Kiezspaziergang am 27.04.2019: Touristifizierung in Kreuzberg – Der Mythos S036 zwischen Ausverkauf und Widerstand

Kreuzberg und der nach dem ehemaligen Postzustellbereich benannte Teil S036 stehen immer wieder im Fokus von Auseinandersetzungen um die Folgen des zunehmenden Stadttourismus. Während die Übernachtungszahlen im gesamten Stadtgebiet stetig steigen und die Neugierde nach einer möglichst authentischen Begegnung mit dem „real Berlin-Lifestyle“ zunimmt, wächst das Unwohlsein vieler in denjenigen Kiezen, die die erlebnishungrigen Massen magisch anzuziehen scheinen. Kritisiert wird neben der allgemeinen Zunahme von Lärm und Müll nicht zuletzt auch der Ausverkauf Kreuzbergs als konsumierbare Erlebniswelt. Für nicht wenige ist der von Babara Lang 1998 beschriebene „Mythos Kreuzberg“ mittlerweile nur noch ein touristisches Abziehbild seiner selbst und Widerstand regt sich.

Dieser Kritik folgend möchten wir uns beim kommenden Spaziergang an die Orte begeben, an denen sich in älterer wie jüngerer Vergangenheit vielschichtige Konflikte im Zusammenhang mit der fortschreitenden „Touristifizierung“ des Stadtteils entfacht haben. Betrachtet werden dabei die jeweils spezifischen Formen und Auswirkungen des Stadttourismus sowie die durch verschiedene Initiativen artikulierte Kritik. Mit einem zusätzlichen historischen Blick zurück möchten wir uns außerdem der Frage nähern, in welchem Zusammenhang der Mythos Kreuzberg selbst sowohl in Bezug auf die touristischen Ausprägungen im Stadtteil als auch der aufkommenden Form des Protests steht und welche Rückschlüsse sich daraus für die zukünftige Entwicklung Kreuzberg ziehen lassen.

Gemeinsame Veranstaltung der Naturfreunde Berlin e.V. und Kritische Geographie Berlin. Kostenbeitrag: 4 €, ermäßigt 2€, für Naturfreundemitglieder frei

Datum:27. April 2019
Treffpunkt:Oranienplatz, beim Drachenbrunnen (nahe U Kottbusser Tor)
Zeit:13:00 Uhr
Dauer:ca. 2,5 Stunden
Ansprechperson:Nils Grube